Clever Blog

Cloud vs. Cloud

Cloud vs. Cloud

Welche Technologie ist die richtige für meine Business-Kommunikation?

Hybride Arbeitsmodelle und räumlich verteilte Teams verändern auch die Anforderungen an die Kommunikation in kleinen und mittleren Unternehmen. Cloud-Lösungen scheinen dafür die richtige und naheliegende Antwort zu sein. Aber welche Vor- oder auch Nachteile hat Business-Kommunikation aus der Cloud konkret und wie können insbesondere Reseller und Systemhäuser an Cloud-Kommunikation verdienen? Antworten auf diese Fragen liefern wir im folgenden Beitrag.

Cloud oder nicht Cloud? Das ist inzwischen eine fast unausweichliche Frage. Die Diskussionen über die richtige Bereitstellungsform von IT-Lösungen reißen nicht ab. Vor allem in deutschen Unternehmen war die Skepsis gegenüber der Cloud lange groß. Doch die Akzeptanz wächst auch hierzulande inzwischen deutlich – selbst im konservativen Mittelstand.

Insbesondere die Corona-Pandemie hat in dieser Hinsicht für einen spürbaren Schub gesorgt. Dem Cloud-Monitor* von Bitkom Research und KPMG zufolge setzen inzwischen 82 Prozent der deutschen Unternehmen auf Anwendungen aus der Wolke. Auch für die Business-Kommunikation werden immer häufiger Cloud-Lösungen genutzt. Bereits vor Corona setzte einer Befragung** der Fachmedien Computerwoche und CIO zufolge rund ein Drittel der Unternehmen auf eine Telefonanlage aus der Cloud.

Im Bereich der Tools für Unified Communications & Collaboration (UCC) bezogen sogar zwei Drittel der Befragten Cloud-Lösungen. Zwei Jahre später haben viele Unternehmen nachgezogen, um die vielseitigen Vorzüge einer Cloud-basierten Business-Kommunikation zu nutzen. Doch welche Vor- und Nachteile bieten sich konkret für kleine und mittlere Unternehmen? Für welche Zielgruppe ist welche Cloud-PBX-Variante die richtige und wie können Reseller und Systemhäuser an Cloud-Kommunikation verdienen?

Was Business-Kommunikation heute leisten muss

Fest steht: Die Erwartungshaltung vieler Anwender gegenüber ihren Kommunikationswerkzeugen hat sich im Kontext der Pandemie wie im Zeitraffer entwickelt. Diese müssen heute nicht nur hybride Arbeitsmodelle und räumlich verteilte Teams unterstützen, sondern dabei auch maximale Kostentransparenz und -effizienz gewährleisten. Auch mit Blick auf die Skalierbarkeit und Flexibilität entsprechender Dienste haben sich die Anforderungen verändert. Anwender erwarten zudem eine hohe Anpassungsfähigkeit der Lösung, wenn sich der aktuelle Bedarf ändert.

Cloud-Systeme erfüllen die genannten Anforderungen an moderne Kommunikationslösungen. Sie bieten unter anderem:

  • hohe Ausfallsicherheit
  • einfache Inbetriebnahme bei geringen Initialkosten
  • Unterstützung für mobiles Arbeiten
  • Orts- und Geräteunabhängigkeit
  • Flexibilität und Skalierbarkeit
  • nutzungsbasierte Kosten (Pay-per-Use)
  • zentrale Backups
  • kurze Innovationszyklen dank schneller Rollouts

Hinter dem Cloud-Begriff verbirgt sich allerdings kein allgemeingültiges Bereitstellungsmodell, das für alle Reseller oder Endkunden das richtige ist, sondern eine ganze Reihe verschiedener Erscheinungsformen. Je nach Ausgangssituation (z. B. Branche oder Unternehmensgröße) bieten sich individuelle Vor- und Nachteile. Im B2B-Bereich lassen sich vor allem drei Varianten voneinander differenzieren:

Variante 1: Public Cloud mit Multi-Tenant-Struktur

Ein sehr verbreitetes Modell ist eine Multi-Tenant-Struktur, die in der Public Cloud betrieben wird. Diese Cloud-Architektur sieht vor, dass der Anbieter selbst das Cloud-Angebot betreibt und mehrere Kunden auf einer Plattform bedient. Es handelt sich dabei um ein mehrmandantenfähiges System, das in der Regel monatlich nach dem Pay-per-Use-Prinzip abgerechnet wird.

Die Multi-Tenant-Struktur in der Public Cloud bietet ein hohes Maß an Flexibilität und Skalierbarkeit zu vergleichsweise geringen Kosten, beispielsweise bei der Anpassung der Nutzer oder auch beim dahinterliegenden Bezahlmodell. Die Entwicklung neuer Features, die Beseitigung von Bugs oder die Erhöhung der Sicherheit werden vom Anbieter für die gesamte Plattform programmiert und für alle Mandanten zur Verfügung gestellt. Damit entfallen die regelmäßigen Softwareupdates auf Seiten des Endkunden. Nachteil: durch den hohen Standardisierungsgrad können individuelle Nutzeranforderungen in der Regel nicht im gleichen Umfang realisiert werden, wie bei einer Single-Instance-Struktur.

Variante 2: Public Cloud mit Single-Instance-Struktur

Auch bei der Single-Instance-Struktur in der Public Cloud betreibt der Anbieter selbst die Plattform. Der wesentliche Unterschied gegenüber der Multi-Tenant-Variante besteht darin, dass bei einer Single-Instance-Struktur jeder Kunde eine individualisierte Instanz in der Public-Cloud-Umgebung erhält. Physische Ressourcen werden hierbei logisch voneinander getrennt. Für jeden Kunden existiert eine eigene virtuelle Instanz, die entsprechend den jeweiligen Anforderungen aufgesetzt wird.

Die Flexibilität, auf die individuellen Bedürfnisse einzelner Kunden einzugehen, ist hoch. Infrastrukturelle Anforderungen können einfach harmonisiert werden. Verglichen mit einer Multi-Tenant-Struktur ist der administrative Aufwand für den Betreiber jedoch höher, was sich meist auch in höheren Kosten für den Endkunden niederschlägt. Nachteil: Aufgrund der individuellen Konfiguration der einzelnen Tenants können nicht alle Softwareupdates zentralseitig durchgeführt werden. Hier ist in der Regel die Zustimmung des Endkunden notwendig.

Variante 3: PBX in der Private Cloud

Private-Cloud-Angebote bieten in der Regel ein Höchstmaß an Individualisierbarkeit. Der Kunde kann den Hosting-Anbieter – sei es beispielsweise Microsoft Azure, AWS oder die Google Cloud – selbst wählen. Hier ist der Kunde allerdings nicht nur Eigentümer, sondern auch Betreiber der Cloud-Plattform und somit selbst für Pflege- und Wartungsaufgaben verantwortlich.

Für diese Variante erwirbt der Kunde die PBX als Softwarepaket und installiert diese auf einem eigenen oder gemieteten Server. Der Cloud-Betrieb einer PBX auf der vorhandenen Infrastruktur eignet sich insbesondere für größere Unternehmen. Oft haben diese bereits Cloud-Ressourcen in einem Rechenzentrum gebucht und die Kommunikationslösung kann einfach als zusätzliches Element integriert werden.

Die richtige Cloud-Variante: Auf die Größe kommt es an

Bei der Frage, welche Cloud-Architektur für mein Unternehmen die richtige ist, spielt neben dem Geschäftsmodell und der Branche auch die Größe des Unternehmens eine wichtige Rolle. Aufgrund der Kostenvorteile bei höherer Standardisierung eignet sich die Multi-Tenant-Struktur in der Public Cloud vorwiegend für kleinere Unternehmen mit bis zu fünfzig Mitarbeitenden. Aber auch Unternehmen mit Saisonbetrieb können von diesen flexiblen Produkten profitieren.

Für etwas größere Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitenden lohnen sich individuellere Infrastrukturen mehr, sodass hier eher Single-Instance-Modelle in der Public Cloud attraktiver sind. Für Unternehmen mit mehr als etwa 100 Mitarbeitenden sind wiederum die Vorteile von Private-Cloud-Infrastrukturen interessant, weil Aufwände und Kosten für die Individualisierung von Lösungen hier bereits ausreichend skalieren und häufig die Ressourcen sowie das Know-how für eine anwenderseitige Pflege und Wartung der Lösung vorhanden sind.

Und wie profitieren nun Reseller und Systemhäuser?  

Für Reseller und Systemhäuser ist die Vermarktung von Kommunikationslösungen aus der Cloud besonders dann attraktiv, wenn nicht nur einmalige Vermittlungsprovisionen vom Lösungsanbieter an den Partner gezahlt werden, sondern darüber hinaus fortlaufende Umsätze generiert werden können. Mit der Cloud-Telefonanlage COMuniq ONE von Auerswald zeigen wir anhand eines konkreten Beispiels, wie auch der Channel dauerhaft von der Cloud profitieren kann.

Der zentrale Aspekt dabei: Beim Public-Cloud-Modell COMuniq ONE, das auf einer Multi-Tenant-Struktur basiert und sich vor allem an kleinere Unternehmen richtet, fließen monatliche Provisionen von Auerswald an den vermittelnden Partner. Diese setzen sich zusammen aus der Zahl der gebuchten Nutzerlizenzen sowie den aktivierten Funktionen und Tarifoptionen. Hinsichtlich der Nutzerzahlen und Features sind monatliche Up- oder Downgrades möglich, sodass Anwender von einer hohen Flexibilität und Skalierbarkeit der angebotenen Services profitieren. Das eigentliche Vertragsverhältnis geht der Endkunde hierbei mit Auerswald ein, wobei der Partner als Administrator die Anzahl der User und Optionen hinzubuchen oder kündigen sowie die PBX konfigurieren kann. Diese flankierenden Dienstleistungen, wie Installationsaufwände oder Serviceleistungen, können auf eigene Rechnung angeboten werden.

Fazit: Cloud ist nicht gleich Cloud

Hybride Arbeitswelten sind die neue Realität: Cloud-Telefonanlagen bieten beste Voraussetzungen, um den damit verbundenen Anforderungen der User an komfortable und flexible Arbeitswerkzeuge gerecht zu werden. Doch ist Cloud nicht gleich Cloud: Mit jedem Bereitstellungsmodell – ob Public oder Private Cloud, Multi-Tenant oder Single-Instance – gehen Vor- und Nachteile einher. Welche Variante die passende ist, hängt im Wesentlichen von der Unternehmensgröße sowie von der Branche und dem Geschäftsmodell des Anwenderunternehmens ab.

Reseller und Systemhäuser können vor allem dann von Cloud-Telefonanlagen profitieren, wenn sich wiederkehrende Umsätze generieren lassen. Auerswald, beispielsweise, bietet seinen Partnern diese Möglichkeit in Form von monatlichen Provisionen, die sich nach Nutzerzahlen, den gebuchten Features sowie Tarifoptionen richten. In der Möglichkeit, zusätzliche Hardware, Wartungsverträge oder Unterstützung bei der Konfiguration anzubieten, schlummern Potenziale für weitere Umsätze. So wird die Cloud-Telefonie zum Zukunftsmodell, von dem alle Seiten profitieren können.

 

Weitere Informationen zu den Angeboten der Auerswald GmbH & Co. finden Sie auf der Auerswald Webseite.

Sie möchten mehr über die konkreten Möglichkeiten moderner Business-Kommunikation erfahren? Dann nehmen Sie gerne direkt Kontakt zu uns auf! Unsere Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier zusammengefasst.

 

* https://www.bitkom-research.de/system/files/document/Bitkom_KPMG_Charts_Cloud%20Monitor%202021_final.pdf

** https://shop.computerwoche.de/portal/studie-smart-business-communications-2019-pdf-download-direkt-im-shop-9614

 

Redaktioneller Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei dem vorliegenden Text auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet.

← Brauchen Unternehmen noch Orte? Hybrides Arbeiten: Fünf Must-haves für die Business-Kommunikation →

Ihr Kommentar

Bitte alle Felder mit einem * ausfüllen