Clever Blog

WebRTC – was ist das und was kann es?

WebRTC – was ist das und was kann es?

Kurz zusammengefasst: WebRTC steht für Web Real-Time Communication und ist ein Standard, der VoIP-Telefonie auf Browserebene ermöglicht. Insgesamt hat der neue Ansatz in der Webtelefonie das Potenzial etablierten Playern wie Skype und Co. das Leben schwer zu machen. Echtzeitkommunikation nur auf Basis eines Browsers und unabhängig von einzelnen Herstellern und Plattformen – so eine Idee hat viele Vorteile. Daneben ist es über den Standard auch möglich, beliebige Daten auszutauschen. Sogenannte Data Channels stellen hierfür die Infrastruktur bereit.

Vorteile von WebRTC gegenüber herkömmlicher Echtzeitkommunikation am Rechner

Mit WebRTC, übrigens Open Source, wird es in Zukunft möglich sein, Telefonie-Anwendung allein auf Basis von HTML5 und Javascript zu realisieren – und damit auch plattformunabhängig. Außerdem wird es Entwicklern auf Basis einer API ermöglicht, eigene Anwendungen zu programmieren. Dabei wird auf bewehrte Protokolle wie SIP gesetzt. Praktisch: Der Aufbau eines Gesprächs wird durch WebRTC nicht durch Firewalls oder NAT-Router erschwert. Lediglich zur Herstellung der Verbindung wird ein Server benötigt, die weitere Kommunikation läuft dann direkt zwischen den beteiligten Browsern, natürlich verschlüsselt. Ist die Technologie einmal in Browsern oder Applikationen integriert, sind für den Aufbau von z. B. Videotelefonaten keine Downloads oder Installationen mehr notwendig.

Facts zu WebRTC

Als Audiocodec nutzen Chrome und Firefox bzw. die Mediabibliothek von WebRTC momentan Opus, VP8 kommt als Videocodec zum Einsatz. Der VoIP Codec G711 ist übrigens auch an Board, steht aber nicht im Fokus. Ob diese Codecs zum Standard werden, wird momentan durch die Organisationen W3C und IETF (Internet Engineering Task Force) definiert. Sie sind aktuell dabei, den neuen Standard WebRTC zu evaluieren bzw. zu vereinheitlichen. Eine der zu erfüllenden Vorraussetzungen ist dabei die Kompatibilität von WebRTC zu herkömmlichen Telefonsystemen, sprich zu Telefonanlagen und Systemtelefonen bzw. VoIP-Telefonen. Verschlüsselt wird eine aufgebaute Verbindung durch DTLS-SIPS. Microsoft ist übrigens dabei in Konkurrenz zu den WebRTC-Unterstützern Google, Mozilla und Opera eine konkurrierende und leicht abgewandelte Technologie namens CU-RTC-Web voranzutreiben.

Wo und wie kann WebRTC eingesetzt werden?

Als zukünftige Einsatzmöglichkeit ist neben der privaten Kommunikation z. B. die Integration eines Buttons auf eine Unternehmens-Websites denkbar, der es dem Kunden ermöglicht, mit einem Klick direkt über den Browser mit dem Service oder Vertrieb Kontakt aufzunehmen, sprich ein Telefonat aus dem Browser heraus zu führen. Außerdem werden VoIP-(Video)Telefonate direkt über den Browser eines Handys vorstellbar. Auch im Bereich der CTI ist es denkbar, die neue Technologie einzusetzen, wie unser Partner Estos bereits demonstriert. Basis für die Nutzung von WebRTC können in Zukunft auch auf Android basierende VoIP-Telefone sein. Alternativ ist auch eine Implementation auf Ebene der Telefonanlage vorstellbar – über diese ist dann die Kommunikation sowohl mit VoIP-Telefonen als auch herkömmlichen Systemtelefonen realisierbar.

WebRTC kann mit Firefox ab Version 18 und dem Google Chrome Browser ab Version 32 ausprobiert werden. Für Firefox muss (im Gegensatz zu Chrome) WebRTC explizit aktiviert werden – wie genau kann hier nachgelesen werden.

Weitere Links zum Thema:

Title pic by Tsahi Levent-Levi | WebRTC is VoIP | Flickr | keine Änderungen vorgenommen | CC-BY-2.0
← VoIP-Sicherheitslücken: Wie schütze ich mich? Vorteile und Aufbau von IPv6-Adressen →

Ihr Kommentar

Bitte alle Felder mit einem * ausfüllen