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Routerzwang? – Nein, Danke!

Routerzwang? – Nein, Danke!

Einige Provider lassen ihren Kunden keine Wahl, Routerzwang lässt grüßen. Die Kunden bekommen keine Auskunft über Zugangsdaten, diese werden einfach in die zu verwendeten Routern einprogrammiert. Damit gestaltet sich jedoch ein Umstieg auf providerfremde Geräte als schwierig beziehungsweise nicht möglich. Hierbei handelt es sich um einen Einschnitt in die Wahlfreiheit. Im November 2013 kam Schwung in die ganze Thematik. Aus dem Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD kamen Details ans Licht: Die Aussage „Nutzerinnen und Nutzer müssen die freie Auswahl an Routern behalten. Daher lehnen wir den Routerzwang ab.“, löste große Zuversicht aus. Fraglich war nur, ob die Politiker sich dafür auch zeitnah einsetzen, oder das Thema auf die lange Bank schieben. Wir positionieren uns klar für die Abschaffung des Routerzwangs. Seit Monaten kämpfen wir mit 18 anderen ITK-Geräteherstellern für etwas, das für uns selbstverständlich ist: freie Routerwahl!
Am 25.02.2014 veröffentlichte die Bundesnetzagentur den Entwurf einer Transparenzverordnung. Die wesentlichen Inhalte des Entwurfs sind:

1. Überprüfung der Datenübertragungsrate nach Anschlussschaltung: Der Verbraucher hat einen Anspruch auf Information zur aktuellen Datenübertragungsrate seines Mobilfunk- bzw. Festnetzanschlusses. Ferner müssen Anbieter auf das zukünftige BNetzA-Messtool hinweisen. 

2. Darstellung und Speicherung der Messergebnisse: Dem Verbraucher müssen auf einen Blick die vertraglich vereinbarten Bandbreitenkorridore und die tatsächlich gemessene Bandbreite zur Verfügung gestellt werden. Außerdem muss die Speicherung der Messerergbnisse sowie dessen Hinterlegung im Kundencenter gewährleistet sein. 

3. Produktinformationsblatt: Dem Verbraucher muss vor Vertragsabschluss eine Produktinformation bereitgestellt werden, in dem die wichtigsten Aspekte, wie Vertragslaufzeiten, Bandbreitenkorridore, Rahmenbedingungen zu einer etwaigen Geschwindigkeitsdrosselung und Hinweis auf Verwendbarkeit eines Drittanbieter-Routers, enthalten sind. Des Weiteren müssen diese Inhalte im Endkundenvertrag hervorgehoben werden. 

4. Verbraucherseitige Auflösung des Routerzwangs: Dem Verbraucher sind Zugangskennungen sowie notwendigen Passwörter auszuhändigen, damit ein Router seiner Wahl angeschlossen werden kann.

5. Abdruck des aktuellen Endes der Mindesvertragslaufzeit auf der monatlichen Rechnung: Das Ende der Mindestvertragslaufzeit ist oft schwer auszumachen. Daher soll dieses Datum auf jeder Monatsrechnung vermerkt werden.

Da Punkt vier für uns als Hersteller von ITK-Systemen ausschlaggebend ist, befürworten wir den Verordnungsentwurf ausdrücklich. Das Ziel ist jedoch noch nicht erreicht, denn bis Ende März können laut Bundesnetzagentur interessierte Kreise dazu Stellung nehmen. Nach der Auswertung der Stellungnahmen wird eine finale Fassung des Entwurfs erstellt und das Einvernehmen der zu beteiligenden Ministerien sowie des Deutschen Bundestages eingeholt.

Pic by Collin Harvey | 365 Day 256 | flickr | CC-BY-2.0
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2 Kommentare

  1. Thomas Bornhofen
    3. März 2014 um 11:46

    Danke, das Ihr da hintendran steht. Insbesondere für uns als Errichter ist ein Routerzwang oftmals ein sehr unerquickliches Thema …


  2. Markus Klümper
    4. März 2014 um 06:03

    …vor allem wenn Du bei einem Kunden ohne 3G-Versorgung bist und keine Portweiterleitung oder -freigabe testen kannst, weil der dolle Speedport sämtlichen eingehenden WAN-Traffic blockt, der von enem internen Gerät über extern angefragt wird (quasi eine Schleife). Da war man superschlau. Leider ist diese zur Datensicherheit bestimmt elementare Funktion nicht abschaltbar. Ergebnis in meinem Fall: Aufgabe der Baustelle.


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