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IPv6: Vorteile in der Telekommunikation

IPv6: Vorteile in der Telekommunikation

Welche Vorteile und Merkmale IPv6 besitzt, haben wir in der Vergangenheit bereits thematisiert – wo aber liegen die Vorzüge des neuen IP-Adressformats für die Telekommunikation? Vorweg sei gesagt, dass der Übergang zur ausschließlichen Nutzung von IPv6 sicherlich noch einige Jahre in Anspruch nimmt. Wann es Akzeptanz findet, kann nach heutiger Sachlage keiner genau sagen. Der Weg ist also vorgezeichnet und es ist keine Frage des Ob, sondern eine Frage von Wann.
Deshalb möchten wir schon heute unsere Anwender und User dazu ermuntern, sich möglichst früh mit der neuen Kommunikationstechnologie zu beschäftigen. Die Möglichkeiten von IPv6 wird die Vernetzung innerhalb unserer Lebenswelten weiter vorantreiben: Das sogenannte Internet der Dinge. Aber auch Telefonanlagen, die wahrscheinlich in die Hausautomation integriert werden, profitieren von dieser Technologie.

Konkret erleichtert IPv6 den Betrieb von Netzwerk-Hardware im Allgemeinen, im Speziellen aber auch Auerswald Telefonanlagen (z.B. die Systeme der COMmander 6000-Serie mit dem Release 6.0). Diese wird nicht mehr mittels DynDNS erreichbar gemacht werden, denn jede IPv6-fähige Telefonanlage kann in Zukunft ihre eigene und einmalige öffentliche IP-Adresse beziehen. In der Konsequenz werden in Zukunft natürlich auch unserer Telefone der COMfortel-Familie und Anlagen IPv6 sprechen.

Die konkreten Vorteile von IPv6 in der Telekommunikation

Kommunikationslösungen in privaten Haushalten, kleineren und mittleren Unternehmen (KMU), die IPv6 verstehen, werden in der Lage sein, sich automatisch ohne Rückgriff auf alt bekannte DHCP-Server zu konfigurieren. Dadurch, dass jedes Gerät eine eigene IPv6-Adresse bekommen kann und die IP-Hardware sich selbstständig mit den benötigten Netzwerkinformationen versorgt, entfallen die bisher nötigen Einstellungen. Funktionalitäten für lokale Netzwerke (LAN) wie DHCP, NAT oder Portforwarding werden überflüssig. Die IP-Adress-Konfiguration wird sich auf das Einstöpseln des Netzwerkkabels beschränken und schon funktioniert die Kommunikation via IP. Damit sinken die Kosten, die bei der Pflege von Netzwerkinfrastrukturen entstehen. Für KMUs ist es jedoch weiterhin Pflicht, alle Netzwerk-Hardware hinter einer Firewall zu schützen und große Organisationen werden darüber hinaus aus Sicherheitsgründen weiterhin ein internes Netzwerk empfohlen bzw. nötig sein.
Ein weiterer Vorteil ist der sinkende Verwaltungs- und Konfigurationsaufwand. Dazu muss zunächst gesagt werden, dass die Anbindung von Kommunikationsservern an DHCP-Server kaum sinnvoll ist, da diese sich im Dauerbetrieb befinden und so gut wie nie an einem wechselnden Standort eingesetzt werden. Außerdem ist die Zahl der zu verwaltenden IP-Adressen überschaubar. Telekommunikations-Hardware wird in den allermeisten Fällen in Hochverfügbarkeitsfunktionen und Routingkonfigurationen eingebunden, so dass daher die dynamische Vergabe von IP-Adressen ineffizient ist.

Weitere Verbesserung bei VoIP wird es bei IPv6 beim Quality of Service (QoS) geben. Mit QoS werden Echtzeitanwendungen, wie z. B. Telefonie, die ihnen zustehende Priorität zugewiesen. Realisiert wird dies durch ein effizienteres Routing der IP-Adressen und der Vereinfachung des IP-Headers, der es nun ermöglicht Datenströme zu identifizieren und damit das Priorisieren von IP-Paketen vereinfacht. Die Vereinfachung des IP-Headers bringt aber auch einen Performanceschub für die Netzwerke und somit auch für die Echtzeitanwendung VoIP. Weiterhin wird das Handling deutlich erleichtert – Knappheit in Bezug auf IP-Adressen wird der Vergangenheit angehören, die Priorisierung von Hardware mit einer bestimmten IP-Adresse wird vereinfacht.
Auch der Sicherheit-Aspekt wurde bei der Definition von IPv6 berücksichtigt. IPv4 stammt aus einer Zeit, in der die Anzahl der Internetnutzer noch überschaubar war und noch wenig kriminelle Energie in das Internet gesteckt wurde. IPv6 hingegen wurde für eine viel größere Zahl an kritischen Benutzern ausgelegt. So ist z. B. ein Verfahren (IPsec) in IPv6 implementiert, das das Überprüfen der Adressen und deren Identitäten ermöglicht. Das Mitlaufen durch einen Men-in-the-middle wird damit erheblich schwieriger.

Im Zuge der anstehenden Zertifizierung unserer Produkte mit dem Blauen Engel wird auch die Implementierung von IPv6 gefordert. Der Blaue Engel wird für die Nachhaltigkeit von Produkten verliehen. Dies bezieht sich nicht nur auf einen möglichst energiearmen Produktbetrieb, sondern auch auf die lange Lebenszeit der eingesetzten Telekommunikations-Hardware. Damit eng verknüpft ist zum Einen die Verfügbarkeit von Ersatzteilen, aber auch die technologische Basis von Produkten. Mit IPv6 wird Zukunftsfähigkeit und damit die Langlebigkeit der Hardware sichergestellt. Natürlich gut für den Erhalt unser aller Umwelt, aber auch für die Schonung des Portemonnaies.
Für die ITK-Branche liegt die Notwendigkeit der Zukunftssicherheit von Investitionen in Hardware, sprich Telefonanlagen und Systemtelefone, auch aus vertrieblichen Gründen naheliegend. Schon heute stellt die öffentliche Hand bei der Beschaffung von Netzwerk-Hardware verständlicherweise die Anforderung, dass diese IPv6-fähig sein muss.

Üblicherweise schafft man sich nicht alle paar Monate neue Telefone, geschweige denn eine neue Telefonanlage an. Insofern gilt es für uns als Hersteller, die langfristige Nutzbarkeit unserer Systeme sicherzustellen. Auch wenn der (schleichende) Übergang zu einer ausschließlichen Nutzung von IPv6 sicherlich noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird, ist es für uns als innovativer Hersteller heute schon wichtig, die Funktionsfähigkeit unsere Systeme und Lösungen sicherzustellen.
Stellt eine Institution, ein Unternehmen oder auch ein Privathaushalt komplett auf IPv6 um, muss die Hard- und Software auch in dieser Umgebung voll funktionsfähig sein. IPv6 ist sprichwörtlich die Zukunft. Nicht nur dass sich neue technologische Möglichkeiten erschließen – es gibt auch eine technologische Notwendigkeit für ITler und Netzwerk-Admins sich mit dem Thema zu befassen. Wer schnell sein eigenes Netzwerk testen will, ob es schon IPv6 ready ist, findet hier ein kleines nettes Tool von Google.
Auerswald wird in der kommender Zeit IP-Telefone und Telefonanlagen Zug um Zug IPv6-fähig machen und so die Zukunftssicherheit unserer Hardware sicherstellen.

Pic by Christiaan Colen| Coding Javascript | flickr | keine Änderungen vorgenommen | CC BY-SA 2.0
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